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Sensorische Integration


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Was ist Wahrnehmung, was bedeutet sensorische Integration?
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"Wahrnehmung oder sensorische Integration ist das Ordnen, d. h. die Nutzbarmachung der Sinneseindrücke.
Unsere Sinne informieren uns über den Zustand unseres Körpers und über die Gegebenheiten in unserer Umwelt. Die Sinneseindrücke kommen nicht nur von den Augen und den Ohren, sondern von jeder Stelle unseres Körpers. Wir haben z. B. spezielle Sinne, die den Zug der Schwerkraft und die Bewegungen unseres Körpers in Beziehung zum Erdboden registrieren [...]. Wenn Empfindungen in einer gut organisierten, d. h. integrierten Weise dem Gehirn zufliessen, kann es diese Empfindungen nutzen, um daraus Wahrnehmung, Verhaltensweisen und Lernprozesse zu formen." (Jean Ayres)
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Ein Mensch mit einer guten Wahrnehmung kann sich angemessen mit seiner Umgebung auseinander setzen, kann Reize gut verarbeiten und seine Bewegungen in Kraft und Ausmaß gut koordinieren. Er ist sich seines Körpers und dessen Möglichkeiten bewusst. Er ist angemessen konzentrationsfähig und kann seine intellektuellen Fähigkeiten voll ausschöpfen.
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Was ist eine Wahrnehmungsstörung?

Hat ein Kind eine Wahrnehmungsstörung, kann es Informationen, die es über seine Sinne erhält nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen.
Dies betrifft insbesondere die körpernahen Sinnenssysteme: das Hautsystem (Tasten, oberflächliches Fühlen), den Kraft- und Bewegungssinn (das Gefühl für die Befindlichkeit der einzelnen Körperteile zueinander und im Raum und für die angemessene Bewegungsdosierung) und den Gleichgewichtssinn.
Die Wahrnehmungsleistungen dieser Sinne sind größtenteils unbewußt, im Gegensatz zur Reizaufnahme über die Augen, Ohren, Geschmacks- und Geruchssinn, die auch körperferne Sinne genannt werden.
Ein wahrnehmungsgestörtes Kind kann seinen Körper entweder nur vage-ungenau spüren, oder es wird von Reizen überflutet, die es als zu stark empfindet.
Demzufolge kann es sich in seiner Umwelt nicht angemessen verhalten und häufig auch nicht seinen intellektuellen Fähigkeiten entsprechend lernen.
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Woran kann man eine Wahrnehmungsstörung erkennen?

  • Im Säuglingsalter:
    — Schrei-Babies oder extrem pflegeleichte Kinder
    — häufig wird eine Körperlage extrem bevorzugt (Bauch-oder Rückenlage)
    — viele Kinder wollen gerne getragen werden oder aufrecht sitzen, obwohl sie sich noch nicht selber hinsetzen können
    — Robben und Krabbeln wird vermieden, stattdessen auf dem Po gerutscht
    — etc.

  • Im Kleinkind- und Vorschulalter:
    — die Kinder haben eine schlaffe Muskelspannung
    — grobmotorische Bewegungen wirken tapsig, unkooordiniert und undosiert, aber immer mit vollem Krafteinsatz
    — die Kinder haben viele kleinere und größere Unfälle
    oder
    — sie bewegen sich insgesamt langsam, hölzern, unsicher
    — häufig wirken sie hyperaktiv
    — sie haben Konzentrationsprobleme (außer beim Fersehen und Computer-Spielen)
    — sie können schlecht alleine spielen, haben wenig Ideen
    — ihr Schmerzempfinden scheint herabgesetzt zu sein
    — sie mögen nichts an den Händen haben, nicht barfuß sein oder eingecremt werden
    — sie vermeiden feinmotorische Tätigkeiten wie Malen und Basteln
    oder
    — sie spielen fast ausschließlich mit kleinem Spielzeug wie Barbies, Puzzeln, Duplos
    — sie haben Schwierigkeiten im Kontakt zu anderen Kindern
    — sie mögen keine Veränderungen im Tagesablauf
    — die Frustrationstoleranz ist herabgesetzt
    — Sprachprobleme
    — etc.

  • In der Schule:
    — Lernprobleme aufgrund mangelnder Konzentrationsfähigkeit
    — die Kinder benötigen extrem lange zur Erledigung der Hausaufgaben
    — Probleme, selbständig zu arbeiten
    — Störverhalten, Klassenkasper
    — verkrampfte Schreib-und Stifthaltung
    — Schwierigkeiten, von der Tafel abzuschreiben
    — Lese-Rechtschreib-Probleme
    — Rechenprobleme
    — etc.
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